Labrador – Geschichte

Obwohl die Vorfahren des Labrador aus Kanada stammen, handelt es sich um eine Hunderasse, die ihren Ursprung in Großbritannien hat. Denn hier wurde die Zucht des Labrador vorangetrieben. Namensgebend für diese Hunderasse war aber die kanadische Labrador-Halbinsel.

Der Labrador hat zwei verschiedene Vorfahren

Der Labrador stammt ursprünglich von der kanadischen Ostküste. Die dortige Bevölkerung hielt sich bereits seit mehreren Jahrhunderten Gebrauchshunde, die sie bei der Arbeit und der Jagd unterstützen sollten. Anfangs handelte es sich dabei um viele verschiedene Hunderassen. Im Laufe der Jahre kristallisieren sich aber zwei Hunderassen heraus: der große, starke Neufundländer und der zuerst als „kleiner Neufundländer“ bezeichnete leichtere Hund.

Hauptaugenmerk der Bevölkerung lag damals vor allem auf dem starken Neufundländer, dessen dichter Pelz ihn vor Kälte und Nässe schützte. Besonders beliebt war er als Zugtier. Im Gegensatz zu einem Pony war die Haltung des Neufundländers für die Bevölkerung wesentlich einfacher, konnte dieser doch im Winter mit Fischabfällen gefüttert werden und war einfacher zu halten.

Zucht-Auslese

Im weiteren Verlauf kam es zu einer so genannten Zucht-Auslese, bei welcher man sich auf die am besten arbeitenden Hunde konzentrierte. Diese wurden von Fischern gerne eingesetzt, um abgetriebene Netze oder tote Fische zu bringen oder um Wasservögel und anderes Wild zu erlegen. Charakteristisch für diese Hunde war ihre erstaunliche Merkfähigkeit. Sie konnten sich auch noch nach längerer Zeit daran erinnern, wo mehrere Stücke Wild gefallen waren.

Viele dieser Hunde gelangten nach England, wo adelige Familien mit großer Ländereien die Zucht weiter vorantrieben und die Hunde entsprechend ihrer jagdlichen Leistungsfähigkeit weiter selektierten, bis ein einheitlicher Typ Hund entstand. Für diesen waren sein mittelgroßer, kräftig gebauter Körper, sein breiter Schädel, sein kurzes hartes Haar mit dichter und wasserabstoßender Unterwolle ebenso charakteristisch wie seine dicht behaarte Rute. Der Labrador war geboren.

Anerkennung als eigenständige Hunderasse

Am 7. Juli 1903 wurde der Labrador dann schließlich als eigenständige Hunderasse vom englischen Kennel Club anerkannt. Kurze Zeit später kam es zu einer Aufteilung in zwei Linien. Während die Showlinien eine eher kompaktere Statur zeigen, haben Linien ein leichteres Erscheinungsbild.

Aufgrund seiner vielen Eigenschaften und Vorzüge gilt der Labrador heutzutage nicht nur in Großbritannien und den USA als beliebteste und am meisten verbreitete Hunderasse.